Kurztrip Tallinn und Stockholm mit Mein Schiff 1 - Anreise
Nach drei bisherigen Reisen, die immer zwischen 8 und 11 Tagen Verweildauer auf der Mein Schiff beinhalteten, startete ich ende Juni 2014 zum ersten mal zu einem Kurztrip .
Zuvor hatte ich bereits einige Berichte gelesen, von zum Teil recht unzufriedenen Kurzreisenden, die sich vor allem über die in großer Zahl vorhandenen Grüppchen wie Kegelvereine, Cliquen, Stammtischrunden usw. und deren Verhalten an Bord beklagten, welches so gar nichts mit dem Wohlfühlkonzept und der üblichen Gästestruktur gemeinsam haben sollte. Von Ballermann- Niveau war da oft die Rede, von Gröhlereien und unpassendem Verhalten in den Restaurants.
Wir hatten meinem Vater diese Reise zum Geburtstag geschenkt. Er war noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff und sollte so auch einmal in den Genuß dieser Reiseform kommen. Bisher waren wir an Bord immer mehr als zufrieden und freuen uns auch auf schon zwei weitere, noch bevorstehende Reisen.
Das inzwischen Gelesene weckt aber auch etwas Skepsis in mir, doch hoffe ich natürlich auf eine schöne Reise. Es sind auch nicht nur 3 oder 4 Nächte an Bord und der Reisepreis liegt somit nicht im ganz unteren Bereich - für den ein oder anderen Kegelclub womöglich ein Grund, doch auf andere Kurztrips auszuweichen.
Gemeinsam mit meiner kleinen Tochter begleite ich meinen Vater auf dieser Reise. Er freut sich schon sehr auf diesen kleinen Urlaub, die Schärenpassage und das Schiff, meine Tochter kann es kaum erwarten, wieder viel zeit in ihrem geliebten Kids-Club zu verbringen.
Von Thüringen aus fahren wir bequem mit dem ICE non stop bis Hamburg, dort steigen wir in den Regionalzug nach Kiel um. Spätestens hierbei wird mir klar, daß es bei dieser Anreiseform doch besser wäre, den über TUI Cruises angebotenen TEFRA-Gepäckservice zu nutzen. Unser Kurzreisegepäck hält sich zwar noch in Grenzen, doch im Doppelstock-Regionalexpress gerät man auch sehr schnell an solche. Für große Gepäckstücke ist dieser Zug nicht wirklich geeignet. Der Zug ist in der Mittagszeit sehr voll und wir quälen uns mit den Koffern durch mehrere Wagen, Trepp auf, Trepp ab, bis wir endlich drei freie Plätze finden. Für großes Gepäck gibt es aber leider keine brauchbare Abstellmöglichkeit. Der mir empfohlene Gepäckservice macht also gerade bei längereren Reisen und viel Gepäck schon Sinn. Die Koffer werden wenige Tage vor der Anreise zuhause abgeholt und dann direkt zum Schiff gebracht. Für unsere bald bevorstehende Nordkap-Tour eine gute Alternative.
In Kiel empfängt uns angenehm sonniges Wetter und die Kieler Woche bietet den Gästen Abwechslung. Gleich am Ende des Bahnsteigs sehen wir TUI Cruises Banner und können da unsere Koffer abgeben. Diese werden direkt zum Schiff gebracht. Für die Gäste stehen Shuttlebusse bereit, doch wir entscheiden uns dafür, das schöne Wetter zu nutzen und zum Ostseekai zu laufen. der Check in ist bei unserer Ankunft bereits in vollem Gange, wir benötigen etwa 25 Minuten und dann geht es an Bord. Da die Einschiffung über Deck 6 erfolgt, weiß mein Töchterchen auch gleich, wohin ihr erster, sehr kurzer Weg führt : Es sind nur ein paar Schritte bis zur TUI-Bar und schon genießen wir unsere ersten Cocktails !
Es ist inzwischen 15:30 Uhr, die Kabinen sind somit freigegeben und der erste Koffer steht auch schon vor der Tür. Wir haben Kabine 10147 - die einzige Innenkabine auf Deck 10, die einer Familienkabine ( 2 Bereiche, mit Schiebetür abtrennbar) entspricht . Und zur großen Freude meiner Tochter befindet sich sogar eine X-Box360 in der Kabine. Diese muß natürlich erst einmal kurz ausprobiert werden. Für`s Kind ist das Bett mit Captain Sharky-Bettwäsche bezogen und meinen Wunsch bezüglich der Bettennutzung setzt unser Kabinen-Steward schnell um. Als wir von einer ersten kleinen Stärkung aus dem Buffet-restaurant "Anckelmanns-Platz" zurückkehren, ist alles so, wie von uns gewünscht, hergerichtet.
Wir gehen noch eine kleine Runde durch das Schiff und zeigen unserem Opa verschiedene Bereiche. Er ist sehr beeindruckt, von dem, was er sieht. Leider bewahrheitet sich die Wettervorhersage. Zwar gibt es kein Gewitter , aber es ziehen schon Regenwolken auf.
Die Seenotrettungsübung beginnt eine Stunde vor dem geplanten Auslaufen. Sie dauert etwas mehr als eine halbe Stunde. Als sie beendet ist, strömen nicht wenige Passagiere zum Abendessen in die Restaurants. Wir wollen es im Gosch - Fischrestaurant versuchen und sind tatsächlich unter den Ersten, die einen Tisch bekommen. Auch 30 Minuten später sind noch einige Tische frei. Damit habe ich nicht gerechnet.
Mein Kind hat keinen großen Hunger und gibt sich mit einem Teil ihres riesigen Fischbrötchens zufrieden. Wir ordern Salat - mit und ohne Krabben, den leckeren Grillteller und zum Schluß darf natürlich die köstliche Mango- Creme Brülee nicht fehlen.
Wir sitzen direkt an den großen Fenstern und verfolgen das Auslaufen bei gutem Essen und vor allem : im Trockenen . Es regnet inzwischen und somit verzichten wir darauf, nocheinmal an Deck zu gehen.
Im Theater steht das Ein-Personen-Stück " Novecento " auf dem Programm - dieses wird seit 4 Jahren auf der Mein Schiff aufgeführt. Wir haben es 2011 einmal angesehen - auf eine Wiederholung kann ich gern verzichten. An diesem Abend hätte ich mir gern etwas schwung - bzw. stimmungsvolleres gewünscht , gerade weil diese Reise sehr kurz ist und das Wetter eine schöne Auslaufshow etwas gehemmt hat. Wir lassen also den Tag recht ruhig ausklingen - Kind und Opa sind von der Anreise etwas müde und ich gehe am späteren Abend noch einmal zur Außenalster-Bar und zum Pooldeck. Noch einen kleinen Snack am Cliff24 genießen : knuspriges Pannini - und ich begebe mich wieder in die Kabine.